Kurrent, Sütterlin, Fraktur: Praktische Hilfen für die genealogische Arbeit
Wer in Kirchenbüchern, Standesamtsakten oder alten Familienbriefen forscht, stößt früher oder später auf eine große Hürde: historische deutsche Schriften. Kurrent, Sütterlin und Fraktur sind für heutige Augen oft schwer zu entziffern – dabei enthalten sie genau die Informationen, die unsere Ahnen wieder lebendig machen. Drei genealogische Info-Grafiken des Roland zu Dortmund e.V. geben hierzu einen kompakten Überblick und nützliche Praxistipps.
Von Heiko Hungerige
Kurrent, Sütterlin und Fraktur – drei Schriften, viele Missverständnisse: Die deutsche Kurrentschrift entwickelte sich im frühen 16. Jahrhundert aus der Kanzleibastarda und war über Jahrhunderte hinweg die gebräuchliche Handschrift im deutschsprachigen Raum. Eine vereinfachte Form ist die Sütterlinschrift, die 1911 von Ludwig Sütterlin entwickelt wurde. Die Fraktur hingegen ist eine Druckschrift und prägte gedruckte Texte bis ins frühe 20. Jahrhundert. Besonders problematisch ist der Buchstabe „s“, der in historischen Schriften in zwei Varianten vorkommt: als langes s (ſ) innerhalb von Wörtern und als rundes Schluss-s am Wortende.
Alte Schriften I – Kurrent · Sütterlin · Fraktur: Die erste Info-Grafik gibt einen Überblick über die wichtigsten historischen deutschen Schreib- und Druckschriften vom 16. bis ins 20. Jahrhundert – mit typischen Buchstabenformen und Besonderheiten, wie sie in genealogischen Quellen häufig vorkommen. (Zum Download der Grafik bitte auf die Abbildung klicken.)
Alte Schriften digital nutzen – Tipps für WORD: Mit MS WORD lassen sich historische Sonderzeichen darstellen, passende Fonts einbinden und diese beim PDF-Export korrekt einbetten. Dies ist besonders wichtig für genealogische Veröffentlichungen.
Alte Schriften II – Tipps für WORD: Die zweite Info-Grafik bietet praktische Hinweise zur digitalen Arbeit mit historischen Schriften: geeignete Fonts, korrekte s-Schreibung, Sonderzeichen sowie das Einbetten von Schriftarten für genealogische Dokumentationen und PDF-Ausgaben. (Zum Download der Grafik bitte auf die Abbildung klicken.)
Alte Schriften III – Ligaturen: Verbundene Buchstaben richtig erkennen. Ein besonderes Merkmal historischer deutscher Schriften sind die Ligaturen, also bewusst miteinander verbundene Buchstaben. Sie dienten der Schreibökonomie und dem flüssigen Schriftbild, stellen heute jedoch eine häufige Fehlerquelle in der genealogischen Auswertung dar. Typische Ligaturen wie ch, ck, th, ſch, ſt oder ſz (aus dem später das ß hervorging) kommen vor allem in der Kurrent- und Frakturschrift regelmäßig vor. Für ungeübte Leser/-innen wirken sie oft wie einzelne, unbekannte Zeichen oder werden fälschlich als andere Buchstaben interpretiert. Wer Ligaturen sicher erkennt, kann Namen, Ortsbezeichnungen und Berufsangaben deutlich zuverlässiger lesen und vermeidet Fehlabschriften in Stammbäumen und Quelleneditionen. Gerade bei der Transkription alter Kirchenbücher und Amtsdokumente ist das Wissen um Ligaturen daher ein zentraler Baustein genealogischer Quellenkompetenz.
Alte Schriften III – Ligaturen: Typische Buchstabenverbindungen der Kurrent- und Frakturschrift wie ch, ck, ſch, ſt und ſz – ein Schlüssel zum sicheren Lesen von Namen, Orten und Begriffen in alten genealogischen Quellen. (Zum Download der Grafik bitte auf die Abbildung klicken.)
Diese sowie weitere genealogische Info-Grafiken des Roland zu Dortmund e.V. können als pdf-Dokumente kostenlos hier heruntergeladen werden:
Die ersten 21 Roland-Info-Grafiken sind auch als Buch erhältlich:
Roland zu Dortmund e.V. (Hrsg.) (2025)
Roland-Info-Grafiken
Ahnenforschung visuell erleben
Hardcover, DIN A4 quer, 56 Seiten, 19,95 €
ISBN 978-3-86424-686-9
Bestellungen bitte ausschließlich über den Verlag:
CARDAMINA Verlag Susanne Breuel
Art-Nr. CHR-00346



